Kinderhaus Arche Noah feiert Jubiläum

Gelungenes Jubiläumsfest mit Gottesdienst zur Feier der Gründung im Jahr 1937

KiHa-Jubiläum

„Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts!“, lautet das auf eigener Erfahrung basierende Credo des Pädagogen F. W. A. Fröbel (1782-1852), eines Pestalozzi-Schülers, der 1840 in Bad Blankenburg (Thüringen) den ersten Kindergarten Deutschlands gründete. Er leitete damit den Übergang ein von der einstigen Kleinkinderbewahranstalt zur Erziehungseinrichtung wie wir sie heute kennen: Den Kindergarten bzw. das Kinderhaus als Ort für Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder. In Götzingen gibt es eine solche Einrichtung – einst begründet als Kleinkinderbewahranstalt, später Kindergarten St. Vitus und heute Kinderhaus „Arche Noah“ – seit nunmehr 80 Jahren. Dieses Jubiläum beging das Kinderhaus am Sonntag im Rahmen einer gelungenen Jubiläumsfeier.

Ein feierlicher und sehr gut besuchter Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Bartholomäus war Auftakt zum Jubiläumsfest. Dieser wurde durch die Kinderhauskinder und die Erzieherinnen wirkungsvoll mitgestaltet und durch den Harmonikaverein „Akkordeana“ musikalisch umrahmt. Einleitend sangen die Kinder das Lied „Wir feiern heut ein Fest“ und statt der Lesung beschrieben Kinder angelehnt an die Buchstaben von „Kinderhaus Arche Noah“ das Leben und Lernen im Kinderhaus. In seiner kindgerecht angelegten Predigt sprach Pfarrer Balbach den Wandel im Kindergarten in den acht Jahrzehnten an und dankte Gott für Schutz und Segen während der 80 Jahre. Zur Gabenbereitung lud er die Kinder und die pädagogischen Fachkräfte zur direkten Teilnahme in den Altarraum ein. Nach Grußworten an Ehrengäste und alle Besucher sowie Dankesworten der Kinderhausleiterin Jasmin Link an alle, die über die Jahrzehnte in der Einrichtung tätig waren und zur positiven Entwicklung beitrugen, zum Ende des Gottesdienstes ging es bei Sonnenschein im blumengeschmückten Festtagszug unter Musikbegleitung zur Festhalle, vor der die Musikkapelle mit einem Platzkonzert die Festbesucher erfreute.

Nach dem Mittagstisch leiteten die Kinder mit dem Lied „Im Kindergarten fangen alle mal als kleine Leute an“ den Festakt ein, zu dem Frau Link ein herzliches Willkommen entbot. Grüße galten dabei insbesondere Pfarrer Balbach, Bürgermeister Burger, MdB Gerig sowie den Ortsvorstehern Fischer (Götzingen) und Bechtold (Rinschheim). Grußworte entbot sodann Pfarrer Balbach, der dem Kinderhaus gratulierte und allen dankte, die in den 80 Jahren Verantwortung trugen. Er skizzierte kurz die Entwicklung und die Installation eines neuen Konzeptes, das mit der Umbenennung zum Kinderhaus im Jahre 2001 eine Neuorientierung mit Schulbezug brachte. Heute ist das Kinderhaus ein Ort für Kinder aus unterschiedlichen Schichten, Religionen und Kulturen und erbringe so einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Er wünschte für die Zukunft alles Gute, weiterhin ein erfolgreiches Miteinander und dazu Gottes Segen. Als Geschenk hatte er ein Schwungtuch mitgebracht. Groß war die Überraschung, als sich mit großem Beifall bedacht dann sogar drei über 80-jährige Festbesucherinnen als „Kinder der ersten Stunde“ outeten, die im Gründungsjahr 1937 den Kindergarten St. Vitus besuchten.

Unter Bezug auf das eingangs erwähnte Fröbel-Zitat entbot Bürgermeister Burger Grüße und Gratulation der Stadt, stellte fest, dass die Dorfgemeinschaft deutlich erkennbar ihre Institution trägt. Die Einrichtung habe eine prägende Zeit mit viel Wandel und sich dramatisch ändernden Maßstäben erlebt. Sie sei 2001 mit der neuen Konzeption und der Aufnahme von Betreuungsansätzen für Schulkinder der Zeit voraus gewesen. Er wünschte eine weiterhin positive Entwicklung. Glückwünsche und alles Gute im Namen des Elternbeirates überbrachte Vorsitzende Marlene Heinnickel. Zwei weitere Gratulanten verbanden ihre Glückwünsche mit Verweis auf die wichtige pädagogische Arbeit des Kinderhauses mit sehr willkommenen und hilfreichen finanziellen Zuwendungen. Im Namen des CDU-Ortsverbandes überreichte MdB Alois Gerig einen durch ihn noch aufgestockten Spendenscheck über 300 Euro. Einen Spendenscheck des Vereins „HELP! Sommermärchen-Team“ über 500 Euro überbrachte Jeanette Müller und dazu noch eine typische Sommermärchen-Tonne mit dem Kinderhaus-Logo, deren künftige Verwendung – beispielsweise als Musik- oder Turngerät – wohl die Kinder-Fantasie regeln wird. Frau Link bedankte sich herzlich für die Grüße und Glückwünsche und mit besonderer Freude für die sehr willkommenen Zuwendungen.

Nach dem offiziellen Teil nahm das unterhaltsame Geschehen so richtig Fahrt auf. Die Kinder unterhielten ihre Gäste mit einer bunten tänzerischen Aufführung „Das Weltraumabenteuer“, einer Reise durch das All und den Sternenhimmel mit Stationen auf Mond, Mars und Jupiter. Für die lustige Darbietung gab es viel Beifall. An der Sprossenwand konnten die Besucher in der Bilddokumentation „Ein Jahr im Kinderhaus Arche Noah“ Einblick nehmen in die Pädagogik und breit angelegte Bildungsarbeit mit Angeboten wie Koch- und Projekttagen, Wochenstrukturen, gesundes Frühstück, Bewegungserziehung oder die Kooperation mit Elternbeirat und Förderverein sowie das Netzwerk mit Träger und Kooperationspartnern u.a.m. Eine umfangreiche Fotoausstellung dokumentierte zahlreiche Kindergarten-Jahrgänge aus den 80 Jahren und fand bei den Gästen reges Interesse, löste an den Stellwänden und alten Alben intensives Suchen auf den Bildern sowie oft verbunden mit Schmunzeln viele Erinnerungen und Erzählungen zur eigenen Kindergartenzeit aus. Bei den kleinen Gästen waren Kinderschminken und Maltische sehr gefragt. Auf der Spielstraße im Außenbereich mit allerlei Spielen herrschte dank des herrlichen Wetters fröhliches und reges Treiben.

Natürlich war auch für das leibliche Wohl vorgesorgt, Eis- und Kuchentheke lockten Klein und Groß an. Der Förderverein hatte zusätzliche eine Tombola organisiert, deren Gewinnziehung mit Spannung erwartet wurde. So verlief der Festnachmittag in gemütlicher und unterhaltsamer Atmosphäre. Team und Träger des Kinderhauses dankten abschließend ganz herzlich allen Helfern und Institutionen, die zum Gelingen beigetragen haben, denn ohne die breite Unterstützung wäre ein solches Event nicht zu gestalten. „Arche Noah“ kann in seiner Chronik jedenfalls ein rundum gelungenes Jubiläumsfest registrieren.